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1.Trekkingtag, "Flug nach Lukla (2840m) und Wanderung nach Phakding (2610m)" |
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Gut
ausgeschlafen heißt es um 6 Uhr aufstehen und um 7.30 Uhr sitzen wir bei
englischem Frühstück im Speisesaal des Hotels. Pünktlich um 8.30 Uhr hocken
alle erwartungsvoll im Bus, der uns zum Flugplatz fährt (wieder diese irren
Eindrücke entlang der Strecke), doch diesmal zum Terminal für die Inlandsflüge.
Das Einchecken dort verläuft wie später fast alles in diesem sympathischen Land
- mehr oder weniger chaotisch wirkend. Schon nach wenigen Minuten sind die Formalitäten erledigt.
Tej und Tendi lotsen uns durch den
Schalter: Dazu tun wir einfach ein großen Schritt über die Kofferwaage!
Sekunden später haben wir den „Sicherheitscheck“ passiert. Wären in meinem
Rucksack Handgranaten verborgen, ich hätte Yeti-Air später nach meinen Wünschen
in alle Himmelsrichtungen dirigieren können. |
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Überraschenderweise
dauert das Warten nicht mal eine Stunde und dann geht es mit einem klapprigen
Bus aufs Hallenvorfeld. Aber wo ist Yeti-Air? Fünf Minuten später sehen wir die
Twin-Otter einschweben und vor uns parken. Eilig wird sie entladen,
währenddessen läuft die Betankung und die Passagiere steigen aus. Schließlich
verschwindet unser Gepäck im Bauch des Fliegers und wir steigen ein – vorbei an
einer hübschen, exotischen Stewardess, deren einzige Aufgabe es ist, zu Beginn
des Fluges ein Bonbon zu reichen. Danach verliere ich sie aus den Augen, denn
sie sitzt irgendwo hinten und die Sitze der Twin-Otter stehen derart brutal
eng, dass man sich nicht umdrehen mag noch kann. Ich beobachte die Arbeit der
beiden Piloten. Sie wirkt routiniert und sicher, lässt uns um zehn Uhr abheben
und damit beginnt nun entgültig das Abenteuer „Himalaya“. Der Flug verläuft
ruhig, doch je näher wir dem Ziel kommen und damit in die Region der höheren
Berge vorstoßen, umso wolkiger wird es. |
| Lukla: Flugplatz "EXTREM"! Landungen gelingen immer - weil sie gelingen müssen! | ![]() |
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Am Ausgang des Flugfeldes steht eine große Schar kleingewachsener Einheimischer. Die Gesichter haben in der Mehrzahl mongolischen Einschlag: Sherpas! Sie warten auf einen für ihre und die Existenz ihrer Familien wichtigen Moment. Sie wollen als Träger angeheuert werden. Wie wir später erfahren, sucht Tej in diesem Moment die Leute aus. Da er keinen kennt, nach unerfindlichen Kriterien. Die sechs Porter schnappen sich unsere schreiend grünen Seesäcke und Reisetaschen und dann geht’s los Richtung Lukla. Oberhalb des Flugplatzes ziehen wir vorbei - wieder Kopfschütteln und Staunen über Kürze und Neigung der Landebahn - hinein in die belebte Hauptgasse von Lukla. Hauptstraße wäre völlig falsch formuliert, denn schon hier gibt es keine Fahrzeuge mehr. Als Transportmittel steht nur der menschliche Rücken und die Kraft von Rindern zur Verfügung. Im Hinterhof einer Lodge wird uns Tee serviert (Lemon Tea oder Black Tea with Milk) und die Träger teilen die Lasten untereinander auf. Für jeden von uns ist das Gewicht auf 13 kg limitiert und von diesen Lasten werden den Trägern zwei aufgebürdet. Ines und ich haben gemeinsam etwa 21 kg geschnürt, dazu schultert unser Träger noch Tejs Gepäck und das, was er selbst braucht. Ach ja, „schultert“ ist eigentlich falsch ausgedrückt. Die Last hängt an einem Band, das über den Kopf getragen wird. Das ganze Gewicht drückt also auf den Kopf und muss über die Halsmuskulatur stabilisiert werden... |
Ansammlungen
heiliger Steine kommen ins Blickfeld. Sie sind - Religion und Kultur dieser
Völker achtend - immer links zu umgehen. Tej erklärt uns das alles und schon
hierbei habe ich das Gefühl, von einem sehr entspannten, völlig konfliktfreien
Umgang mit den Fragen der Religion. Man soll das tun, man zeigt damit den
Respekt vor den Göttern, in unserem Fall sicher eher vor den Menschen, die
dieses Glaubens sind. Aber: Wenn man es nicht tut oder mal vergisst, so kümmert
das auch niemanden. Hier ist keiner, der Fehler anderer registriert und
reklamiert und - wie wir das von zu
Hause kennen - auch noch oberlehrerhaft korrigiert.
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Hier steht das Haus
von Tendi, eine sehr neu aussehende, sogar frisch gestrichene Lodge. Der Tross rastet
und wir bestellen unser erstes Trekking-Mittagessen: Ines
nimmt eine „Springroll“ und ich entscheide mich für „Chickensoup“ (na ja, ´ne
Tütensuppe, schmeckt ein wenig nach Chicken, ist aber wohl „Null“ Hühnchen
´drin).Nach ausgiebiger Pause, während der das erste von lediglich zwei Malen
Regen fällt (Gewitter), setzen wir den Weg in stetem Auf und Ab fort. Wir
passieren riesige, mit Nepali-Schriftzeichen verzierte heilige Steine - man
nennt sie „Mani Steine“ - etliche Masten mit Gebetsfahnen, ein erstes Kloster
(Gelegenheit zum eifrigen Gebetsmühlen drehen, mindestens drei Mal ist vorgeschrieben)
und kommen auch an der Baustelle eines kleinen Tempels vorbei. Überraschender
Weise stellt uns Tendi den mit Maurerkelle hantierenden Baumeister als seinen
75-jährigen Großvater vor. Es wird noch oft geschehen in den kommenden Tagen,
das Tendi Bekannte trifft. Fast scheint es, als würde er das ganze Tal
kennen... |
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