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5.
Trekkingtag, „Von Thame nach Khumjung (3780m)" |
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Kurz
vor neun Uhr sind dann endlich alle marschbereit und zunächst ist die
anstehende Wanderung Genuss pur für mich. Es geht auf demselben Weg zurück,
bergab. Noch einmal also die tosende Klamm mit dem Buddha-Bildnis an der
Felswand. Im morgendlichen Gegenlicht gleißen uns Thamserku und Kangtega
entgegen. Die Stimmung ist gut, auch bei mir. Wieder ergibt sich die
Gelegenheit für ein Gespräch mit Jürgen. |
| Blick von Thame zu Thamserku und Tangkega |
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Ok, ich
weiß um das Brennstoffproblem, wir sind im Naturpark und sehr viele Wälder sind
schon verheizt worden. Ehrlich gesagt unterdrücke ich meine diesbezüglichen
Skrupel und versuche möglichst viele Gleichgesinnte zu finden - irgendwie
beruhigt das mein Gewissen. Ines wird duschen, Heribert auch und Jürgen. Ich
will nach dem geplanten Ausflug in den Nachbarort Khunde duschen, fürchte auf
dem Weg wieder zu schwitzen. Jürgen argumentiert anders, was er hat, kann ihm
keiner mehr nehmen und er erledigt das gleich. Bei uns ist es später dann schon
dunkel, entsprechend kalt. Dennoch: Nur Menschen, die über mehrere Tage das
Gefühl eingebüßt haben, wie man sich „gewaschen“ fühlt, können nachvollziehen,
was so eine Dusche wert ist! Ines duscht neben mir in der zweiten Kabine, ist
aber schneller fertig. Dann rasiere ich mich noch, doch das hätte ich
im Halbdunkel besser gelassen. Zurück im Zimmer leistet meine Frau erste Hilfe.
Mein Gesicht sieht aus, als hätte ich die Rasur mit dem Schlachtermesser
vorgenommen. Zig Fetzchen Toilettenpapier bringen dann die roten Rinnsale
langsam zum versiegen... Trotzdem fühle ich mich zunächst wunderbar frisch und
so schmeckt das Essen noch besser. |
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Vor
dieser Selbstverstümmelung lag aber die Wanderung nach Khunde, gegen sechzehn
Uhr angetreten. Der Ort liegt nur eine gute halbe Stunde weit entfernt. Bewölkung
verhindert nun jede Sicht auf die Berge und es ist auch schon empfindlich kalt.
Unser Ziel ist das kleine Hospital von Khunde, eine Gründung von Sir Edmund
Hillary, jetzt unterhalten von der Hillary-Stiftung. Durch die engen Fußwege
von Khunde muss der Weg erst gefunden werden. Dabei zieht eine Yakherde unsere
Blicke auf sich. Noch sind diese zotteligen Tiere mit dem extrem dicken Fell
und auch einer ungewöhnlichen Fellverteilung für uns ungewohnt. Ines ist
entzückt von den „Jäckchen“, die, klein
und verspielt, ebenfalls zur Herde gehören. Am Hospital angekommen warten wir
ein paar Minuten, bis uns der Leiter der Einrichtung von seiner Arbeit erzählt
und die Einrichtung erläutert. Es handelt sich um ein neuseeländisches Ehepaar
(sie ist Ärztin), das sich für ein paar Jahre der Betreuung der Sherpas des
ganzen Tales verschrieben hat. Georg - unser „Doc“ - hat naturgemäß einige
Fragen. Außer unserer Gruppe hören auch noch einige „englische“ Gesichter zu.
Keine Ahnung woher sie kommen, jedenfalls sehen sie aus wie Engländer und
sprechen auch so. |
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Der
Rückweg führt uns hinter dem Dorf an einem Volleyballfeld vorbei und sofort
bildet sich aus der Gruppe eine Mannschaft, die gegen die Einheimischen spielen
möchte. Davon bekomme ich allerdings nichts mit, weil es immer später wird und
vor dem Abendessen noch die Dusche lockt. Ines, Heribert, Georg und ich kehren
also gleich zur Lodge zurück. |
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Die
Welt könnte so schön und das Leben so einfach sein, wenn da im eigenen
Körper keine Zeitbomben tickten, die just in dem Moment explodieren, wenn
man glaubt sein Recht auf Urlaub ausleben zu können... Schwach und
wieder verstummend, meldete sich mein Backenzahn oben rechts seit Phakding ja schon
mehrmals. Heute Abend nun vermeide ich, beim Essen die rechte Hälfte der
„Kauleiste" zu benutzen und kann mich der Wahrheit nun nicht länger verschließen:
Ich habe Zahnschmerzen! Kann man sich etwas Hoffnungsloseres vorstellen, als
weit ab von gewohnter ärztlicher Versorgung Zahnschmerzen zu bekommen? Ich
nicht! In Namche, da wäre ja eine Zahnärztin, wie ich weiß. Dahin sind es aber
sicher zwei Stunden und könnte sie mir helfen und wie sollte ich das mit dem
Zeitplan der Gruppe in Einklang bringen? Die Nacht ist schlimm, weniger wegen
der Schmerzen, ohne Aufbiss meckert er nur so vor sich hin. Es sind traumartige
Fantasien in Halbwachphasen, die mich sehr schlecht schlafen lassen. Ich
durch-„denke" alle Möglichkeiten, die mir bleiben, in dieser Nacht. Im Grunde
habe ich jedoch nur zwei Alternativen: Abbrechen, nach Namche marschieren und
behandeln lassen, oder weiter gehen und hoffen. Hubschrauber, die mich in der
Nacht im Traum ausfliegen, sind dann doch zu abwegig... |
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